Nach der Kirchenwahl: Pfarrer Sohn mailt an die Offene Kirche ...
E-mail an:   Geschaeftsstelle@offene-kirche.de
Betreff:        Pfarrer Sohn schreibt der OK: Internetseite und Wahlkampfkosten
_______________________________________________________________________

14. November 2007


Sehr geehrte OK,


auf Ihrer Internetseite steht unter "Aktuelles" zum Thema Kirchenwahl (endlich, am zweiten Tag nach der Wahl auch bei Ihnen "mehr Inhalt" zur Wahl):

Herzlichen Dank an alle, die OFFENE KIRCHE gewählt haben!
[...]
Der Wahlkampf hat die OK über 120 000 Euro gekostet. Wir danken unseren Mitgliedern, die bereit waren, ihre Mitgliedsbeiträge aufzustocken beziehungs-
weise jetzt bereits im Voraus zu zahlen oder zu spenden. Wir werden in der Synode und beim Oberkirchenrat darauf drängen, dass die Wahlkampfkosten der kirchenpolitischen Vereinigungen offen gelegt werden, damit transparent wird, welche kirchenpolitische Vereinigung mit welchem finanziellen Einsatz diesen Wahlkampf geführt hat.


Was wollen Sie mit Ihrem "Wir werden in der Synode und beim Oberkirchenrat darauf drängen" eigentlich erreichen? Auch Ihre 49 Kandidaten (m/w) haben zusammen 49 x 750 Euro = 36.750 Euro an Wahlkampfkostenzuschuss von der Landeskirche erhalten - wie alle zugelassenen Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber, entsprechend der "Kirchlichen Wahlordnung - Wahlausschreiben, Erlass des Oberkirchenrats vom 17. Oktober 2006, Abschnitt III, Ziffer 3 b)".

Diesen Betrag können Sie gleich mal von den aufgeführten 120.000 Euro absetzen - verbleiben Ihnen 83.250 Euro. Warum aber jammern Sie über Ihre Wahlkampfkosten? Es war doch Ihre Entscheidung, was Sie sich die Wahl kosten lassen wollen. Muss man/frau eigentlich Peperoni-Anstecker herstellen lassen? Oder riesige Faltplakat-Wahlprospekte? Sind etwa die Geldbeutel Ihrer Unterstützer (m/w) eben doch nicht so offen? Ja, schielen Sie gar neidvoll in die Wahlkampfkassen der von Ihnen sogenannten "Evangelikalen" oder der anderen synodalen Gruppierungen?

Übrigens: Sieger bei den Kirchenwahlen wurde das inhaltlich bessere Programm. Nicht, "wer wieviel für was" an Geld in den Wahlkampf steckt. Auch die "Lebendige Gemeinde" muss - wie Sie - sich angesichts der Wahlbeteiligung von knapp 25 Prozent eingestehen: Rund Dreiviertel an Wahlmaterial wurde für Nichtwählerinnen und Nichtwähler produziert, also für den Papierkorb. Aber dort wird nicht wie bei Ihnen über Geld gejammert.

Übrigens: Könnte es sein, dass die "Lebendige Gemeinde" Wahlsieger ist, weil sich deren Wahlaussagen augenscheinlich mehr am Evangelium orientiert haben? Aber Sie haben es ja nicht so mit dem "Evangelikalem" (Evangelium = Gute Nachricht). Möglicherweise sollten Sie nicht nur Texte aus Ihrer "Bibel in selbstgerechter Sprache" lesen - ich empfehle stattdessen Martin Luthers klares Evangelium. Ach ja, auch die "Kirche für morgen" hat bei der Wahl kräftig zugelegt - aber möglicherweise sind Sie auch hier der Ansicht, dass dies an deren "finanziellen Einsatz" liegen könnte und nicht so sehr an den Wahlaussagen?

Oder was meinen Sie? Ach ja, Sie wollen ja das Ganze vor die Synode und den Oberkirchenrat zerren. Na, hoffentlich nicht als OK-Antrag gleich in der demnächst stattfindenden Konstituierenden Sitzung der neugewählten Synode. Nicht dass diese wieder - wie schon 2001 - durch zahlreiche OK-Anträge um eine Dreiviertelstunde verlängert wird. Aber man darf gespannt sein, ich komme als Zuschauer ...

Zu Ihrem Wahlkampfkosten-Thema meine Meinung: Nicht OK!

Es grüßt Sie
Pfarrer Gotthilf Sohn
(Theologe bei "MEHR LOS für Kinder in der Kirche" - www.mehrlos.de)


PS:
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ihre "Bibel in selbstgerechter Sprache"
mit 1,68 kg einfach stark übergewichtig ist!





zurück


Pfarrer Gotthilf Sohn ...


Seine Fledermausinvasion!
Hier klicken!

zurück